64-Bit Support

Mit Version 12 kann Sequoia nun auch die Vorteile von Windows 64-Bit Systemen nutzen. Neben 32-Bit Drittanbieter Plug-ins können somit nun auch 64-Bit Plug-ins verwendet werden.
Ein wesentlicher Vorteil von 64-Bit Umgebungen liegt aber in der Aufhebung der 4 GB Arbeitsspeicherbegrenzung. Auf einem Windows 7 Professional 64-Bit System erhöht sich dadurch die Größe des adressierbaren Arbeitsspeichers auf bis zu 192 GB. Besonders Projekte mit einer Vielzahl speicherintensiver Plug-ins oder Sampler profitieren dabei vom zusätzlichen Speicher. Selbstverständlich lässt sich Sequoia auch weiterhin perfekt in 32-Bit Umgebungen integrieren.

Wenn Sie die 64-Bit-Version von Windows auf Ihrem System installiert haben, können Sie Sequoia als 64-Bit-Version oder auch als 32-Bit-Version verwenden. Die interne VST-Bridge ermöglicht, dass Sie sowohl 64-Bit Plug-ins als auch 32-Bit Plug-ins verwenden können.
Aktuelle Einschränkungen: Videofunktionalität unter 64-Bit nur für MXV und WMV.

Loudness Metering nach EBU R128 und ITU-R BS.1771

Die wichtigste Neuerung für das Metering in Sequoia 12 ist das Loudness Metering, das innerhalb der letzten Jahre zu einem der wichtigsten Themen in der Rundfunklandschaft geworden ist und zunehmend die bekannten Peak-basierten Messmethoden ablöst.

Bisher war die Aussteuerung nach Spitzenpegeln (in der Regel -9 dBFS) der geltende Standard in der Rundfunkproduktion. Häufig kamen hierbei Peaklimiter zum Einsatz, welche die Dynamik des Audiosignals einschränkten und dadurch die Klangqualität negativ beeinflussten. Loudness Metering verfolgt hier einen anderen Ansatz. Im Gegensatz zum Peak Metering, erfolgt die Messung der Lautheit integriert über die Zeit.

In Kombination mit der Einführung offener Standards für die Aussteuerung existieren damit verlässliche Methoden für Ingenieure und Produzenten, um die subjektiv wahrgenommene Lautheit als Zahlenwert näherungsweise zu beschreiben.

Mit Sequoia 12 können Sie on-the-fly zwischen der EBU R128 und der ITU-R BS.1771 Lautheitsmessung umschalten.

Die „ITU Recommendation BS.1770-3“ stellt die Basis für die internationalen Standards der Lautheitsmessungen dar.


True Peak Metering

Zusätzlich zur Lautheitsmessung liefert die ITU-R BS. 1770-3 eine Empfehlung zur Messung von Spitzenpegeln digitaler Audiosignale. Für gewöhnlich werden die Peak-Werte entsprechend der Abtastrate durch Auslesen der einzelnen Samplewerte ermittelt.
Hierbei kann jedoch systembedingt nicht sichergestellt werden, dass die Samples exakt den Audiopeaks entsprechen, welche entstehen, sobald das Signal verarbeitet oder die Wellenform rekonstruiert wird.

Aufgrund dieser Ungenauigkeit eines Sample-Peakmeters kann Übersteuerung oder Verzerrung am analogen Ausgang auch dann nicht ausgeschlossen werden, wenn die einzelnen Samples im Original nicht full scale ausgesteuert waren. Das gewöhnliche Peakmeter kann also keine “echten” Peak-Werte repräsentieren. In Version 12 führt Sequoia das “True Peak Metering” zusammen mit den erweiterten Loudness Metering - Funktionen ein. Durch 4-fach Oversampling identifizierte Inter-Sample Peaks werden nun dargestellt und ermöglichen so die Erkennung „echter“ Peaks.

Überarbeitetes Metering und Broadcast-Normen

Die Anzeige für das Metering wurde in Sequoia 12 komplett überarbeitet. So gibt es jetzt viele grafische Verbesserungen und die Möglichkeit mit unterschiedlichen Visualisierungslayouts zu arbeiten, die eine definierbare Anzahl von unterschiedlichen Visualisierungen enthalten. Außerdem wurden Presets für folgende Broadcast Normen hinzugefügt:

  • Type I, DIN scale
  • Type I, Nordic scale
  • Type IIA, BBC
  • Type IIB, EBU

Programme Loudness [LU / LUFS]

  • Langzeitmessungen über die gesamte Länge des Beitrages
  • Spezifizierter Zielpegel für europäische TV-Beiträge: -23.0 LUFS (Loudness Units Full Scale)

Die integierte Loudness liefert Informationen über die Lautheit des Gesamtprogramms und beschreibt eine Langzeitmessung mit den Parametern “Start”, “Pause” und “Reset”.

Ein relativer Wert von 0.0 LU entspricht einem Zielwert von -23,0 LUFS, wenn der EBU-Standard verwendet wird. Sequoia bietet Ihnen eine zwischen der EBU+9 und der EBU+18 umschaltbare Skala.

Loudness Range (LRA) [LU] 

  • Statistischer Parameter
  • Varianz der Loudness innerhalb eines Beitrages
  • Beschreibung des Dynamikumfangs des Beitrages
  • Es wird kein spezifischer Wert von der EBU angegeben
  • EBU-Dokument [Tech3342]

 

 

Maximum True Peak Level [dBTP]

  • Beschreibt den technisch höchsten Wert des Signals im Zeitintervall
  • Liegt bei -1 dBTP (Decibel True Peak)

 


Spectral Editing auf Spurebene

Speziell bei Live-Aufnahmen mit Störgeräuschen wie Hustern oder Stuhlquietschen ist Direct Spectral Cleaning ein wertvolles Tool zur Korrektur solcher Lärmfaktoren. In Sequoia 12 kann das vereinfachte Direct Spectral Cleaning nun auch direkt im Arrangement angewendet werden. Die Spektralanzeige kann für alle oder einzelne Objekte angeschaltet werden. Die Korrekturen können vorgenommen werden, selbst ohne die Spektralanzeige aktiviert zu haben. Auch in Mehrspur- projekten (z.B. Orchester-Aufnahmen mit Stützmikrofonen) können Störungen schnell erkannt und effizient beseitigt werden.

Makro-Funktionalität

Eine schnelle Handhabung komplizierter Workflows spart wertvolle Zeit während der Produktion. Dank der neuen Makro-Funktionalität bietet Sequoia 12 dem Anwender die Möglichkeit, benutzer- definierte Makros aufzunehmen, zu programmieren und einfach auszuführen.
Makroaufnahmen individueller Aufgaben und Aktionen können gespeichert und ausgeführt werden – auf Wunsch sogar durch Setzen eines Projektmarkers als Trigger. Bis zu 128 Makros lassen sich Tastatur-Shortcuts zuweisen.

Loudness Daten Export

Die Loudness-Parameter von Audiodateien werden im Dateimanager angezeigt und können dort auch für eine selektierte Anzahl von Dateien berechnet werden. Mit angeschalteter Option im Broadcast-Wave-Editor können Loudness-Parameter auch beim Export und Bouncing automatisch in die Audiodateien geschrieben werden. Die Loudness-Parameter werden dabei in standardisierten Metadatenfelder der Broadcast-Wave-Dateien abgelegt.


VCA Fader

Mischungen innerhalb der DAW zu fahren, nimmt bei Anwendungen mit begrenztem Platz – wie zum Beispiel bei Fly-Away Kits für Musikaufnahmen oder mobilen EB-Teams bei Nachrichtenproduktionen – eine immer wichtigere Rolle ein. Die Arbeit mit VCAs (Voltage Controlled Amplifiers) oder DCAs (Digital Controlled Amplifiers) vereinfacht das Abmischen und den Finalisierungsprozess.
Die Levels der Kanäle, die einer VCA-Gruppe zugewiesen werden, können in Sequoia 12 über einen VCA-Fader im Mixer gesteuert werden. Eine beliebige Anzahl von Kanalzügen kann jedem VCA-Masterfader gezielt zugewiesen werden. Weiterhin kann jeder bereits existierende Kanalzug einfach in einen VCA-Fader umgewandelt werden. Durch Anzeige von “Geister-Fadern” , lässt sich die in Abhängigkeit vom VCA-Master resultierende Änderung auch direkt in den einzelnen Kanälen ablesen.

Independence Sampler Workstation

Independence ist die ultimative Sampler Workstation für professionelle Musikproduktionen in Ihrem Studio und für Live Performances – ab sofort enthalten in Sequoia 12. Die erstklassige Premium Sample Library mit 70 GB Content und hunderten von Instrumenten, Arranger- und Step Sequenzer-Patches machen Independence zu einem mächtigen Tool für die Erstellung samplebasierter Kompositionen.

  • Vollständig neu entwickelte Audio Engine
  • 70 GB Premium Sample Library
  • Lädt Drittanbieter VST-Effekte und VST-Instrumente
  • Unterstützung von bis zu 8 Prozessorkernen und mehr
  • Drag'n'Drop Unterstützung für Audio- und MIDI-Dateien
  • Überragender Datei Browser inkl. "Attribute" Stapelverarbeitung

essentialFX Suite

Sowohl im Rundfunk-Bereich, als auch bei Musikproduktionen, spielen einfach anzuwendende Effekte besonders dann eine große Rolle, wenn Zeit zum entscheidenden Faktor wird. Ziel des Designs war es hohe Klangqualität und einfachste Bedienung zu kombinieren.
Das Bedienkonzept der essentialFX ist bei jedem Effekt identisch, was die Anwendung erleichtert und die Eingewöhnungsphase stark verkürzt. Sequoia 12 erweitert die essentialFX Sammlung nun und ergänzt die bekannten “Brot & Butter Werkzeuge” durch weitere Effekte.


Export während der Aufnahme

Für die aktuelle Produktion, die vom sekundenschnellen Informationsfluss lebt, befähigt Sequoia dem Nutzer dazu, Teile des Audiomaterials noch während der Aufnahme auszuspielen. Die vielseitige Audio-Engine macht quasi-unmögliche Aufgaben nun möglich: das Exportieren einer .wav, .mpg oder.mus Datei, welche gerade noch aufgenommen wird.

Auto Ducking

Auto Ducking bezeichnet ein dialogbasiertes Werkzeug zum Manipulieren der Lautstärke-Automationskurve einer oder mehrerer Zielspuren. Die Bearbeitung erfolgt anhand der Lautstärke des Audiomaterials einer oder meherer Quellspuren. Auto Ducking kann zum Erzeugen von Lautstärkekurven für das automatische Ein- und Ausblenden von Hintergrundmusik zu Sprachbeiträgen verwendet werden.

Timecode-Spur

Sequoia 12 kann über die Zeitanzeige den SMPTE-Timecode einer Timecode-Spur anzeigen lassen. Dazu muss die Spur, die den Timecode enthält, als Timecode-Spur definiert werden. Dies ist vor allem für Projekte in der Postproduktion interessant, um beim Schnitt in Sequoia einen aufgenommenen Timecode als Referenz zur Verfügung zu haben.

Sonoris Sequoia DDP Player

Der Sonoris DDP Player ist eine Standalone-Anwendung, mit der DDP 1.0x und 2.00 Dateien importiert und abgespielt werden können. Sie können Tracks abspielen, Lücken vorhören, alle PQ-Codes, ISRC, MCN und CD-Textdaten anzeigen lassen und das Projekt automatisch auf Red Book-Kompatibilität prüfen.


Neues Docking Konzept

Das Docking System erlaubt die individuelle Anpassung der Programmoberfläche und somit die optimale Integration der DAW in Ihre bestehende Studioumgebung. Zentrale Bestandteile der Software lassen sich ganz einfach per Drag and Drop umpositionieren oder in der Größe anpassen.

Entscheiden Sie selbst, über Anordnung und Darstellung von Analyzer, Datei-Browser, Transportkonsole, etc.

Für Sequoia 12 wurde das Docking Konzept weiterentwickelt und optimiert. So können jetzt beispielsweise Objekteditor, MIDI-Editor oder Visualisierungen im unteren Arbeitsbereich (individueller Docker) abgelegt werden. Natürlich können Sie auch Ihre eigenen Werkzeugleisten erstellen. Durch das Abspeichern eigener Arbeitsbereiche – den Workspaces – können Sie für unterschiedlichste Anwendungsgebiete ideal angepasste Programmoberflächen nutzen und haben immer genau die Werkzeuge zur Hand, die Sie benötigen.

Erweiterte Hardware Controller-Unterstützung 

Sequoia 12 unterstützt ab sofort die Controller der Artist Series.
Dazu gehören Artist Mix, Artist Control und Artist Transport. Diese Controller werden über das EUCON-Protokoll angesteuert, das in den Hardware Controller Einstellungen aktiviert wird.
Hinweis: Beim Einsatz der Artist Series wird Windows 7 als Betriebssystem vorausgesetzt.

 

Erneuerter Objekteditor

Der Objekteditor und MIDI-Objekteditor verfügt jetzt über einen erweiterten Funktionsumfang sowie eine neugestalteten grafischen Oberflächen. Zu den funktionalen Hauptneuerungen gehören unter anderem die Integration in den Docker, die freie Konfigurierbarkeit des Editors, 4 Slots für Copy&Paste-Zwecke sowie Objektautomation für EQ, Pan und Objekt-Surround.


Surround Downmix

Im Surround-Master können Sie als Ausgabe-Device „Surround-Downmix" auswählen und in der Downmix-Matrix diverse Presets einstellen. Außerdem können Surround-Busse nun auf Stereo-Busse geroutet werden. Auch hier ist die Downmix-Matrix einstellbar. Der Downmix wird beim Stereo-Master-Bounce eines Projekts berücksichtigt, d. h. Sie können von einem Surround-Projekt mit eingestelltem Downmix einen Stereo-Bounce durchführen. Des Weiteren ist der Objekt-Surround ist nun über den Objekteditor automatisierbar.

Optimierte Visualisierung

Die Visualisierung wurde für Sequoia 12 komplett überarbeitet und präsentiert sich in einem neuen Design. Die Oberfläche ermöglicht es Ihnen darüber hinaus Multi-Visualisierungen individuell zu gestalten. Weiterhin können Sie die Visualisierungs-Oberfläche in den Docker integrieren, oder freistehend als zusätzliches Fenster öffnen. Zusätzlich steht nun auch eine Surround-Visualisierung zu Verfügung.


Erweiterte Funktionen für Spectral Cleaning

Logarithmische Darstellung
Mit dieser Einstellung kann die Anzeige des Spektrums von linearer auf logarithmische Darstellung umgestellt werden. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn in tieffrequenten Bereichen gearbeitet wird. Damit werden tiefe Frequenzen höher aufgelöst und trotzdem das gesamte Frequenzspekturm dargestellt. Über die logarithmische Ordnung kann der Einfluss der logarithmischen Darstellung noch genauer auf die Bedürfnisse des Nutzers eingestellt werden.

Harmonische
Mit dieser Funktion können Sie einzelne Störgeräusche, wie z.B. ein 50 Hz Brummen, mitsamt ihrer harmonischen Obertöne aus einem Spektrum herausrechnen. Dazu muss ein einzelner Ton im Bearbeitungsfenster mit möglichst geringem Rand selektiert werden. Sobald die Berechnung für Harmonische aktiviert ist, werden im Bearbeitungsfenster oberhalb des selektierten Grundtons automatisch die entsprechenden Harmonischen mit einem Bearbeitungsrechteck versehen. Eine Veränderung des Grundtons bewirkt immer eine Anpassung der Harmonischen. Im Einstellungsdialog kann festgelegt werden, ob und welche Harmonischen bei der Berechnung berücksichtigt werden sollen.

Schwellwert-Bereich-Bearbeitung
Mit dieser Einstellung können Sie die Interpolation auf eine bestimmte Amplitude eines Signals im Spektrum beschränken. Somit lassen sich einzelne Noten aus dem Spektrum herausrechnen, ohne das Hintergrundgeräuche beeinflusst werden. Der Bereich legt dabei das Lautstärkefenster fest, in dem die Interpolation um den eingestellten „Schwellwert“ herum durchgeführt wird. Leisere oder lautere Signalbestandteile außerhalb des Bereichs werden davon nicht beeinflusst.

Automatische Erkennung von Click-Markern
Um spezielle Stellen zu markieren und schnell verschiedene Markierungen im Spektrogramm anzuspringen oder zu löschen, benutzen Sie im Spectral Cleaning die sogenannten „Click-Marker“-Schaltflächen. Sie können neue Click-Marker setzen und löschen. Erzeugte Click-Marker werden durch ein „C“ in der Markerleiste des Bearbeitungsfensters gekennzeichnet. Mit der Schaltfläche „Suche Clicks“ können Sie im gesamten Projekt nach Clicks suchen und diese automatisch kennzeichnen lassen und anschließend gemeinsam weiter bearbeiten. Mit dem dazugehörigen Drehregler kann die Empfindlichkeit für die Suche eingestellt werden.